Geschichte

Wie alles begann

Am 14. März 1856 gründete Karl-Christian Friedrich Kühn mit seiner Ehefrau Friederike, geborene Zachert, in der Havelberger Steinstraße 5 die „Firma Fritz Kühn”. Im Geschäft der Eheleute gab es zunächst Kurzwaren und Wolle zu kaufen. Später kamen Werkzeuge, Draht, Nägel, landwirtschaftliche Waren sowie Eisen und Stahlwaren hinzu.   

1877 wurde das Geschäftshaus der Firma Opfer eines Großfeuers und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Fritz Kühn ging sofort daran, das Haus wieder aufzubauen. Schon nach einem Jahr konnte er wieder Kunden im Laden begrüßen.

Fast 40 Jahre lang führte er mit seiner Frau die Firma. Sein jüngster Sohn Reinhard übernahm dann 1894 das Geschäft und betrieb es mit den Schwestern Luzie und Meta weiter. Zu dieser Zeit kaufte Reinhard das benachbarte Fachwerkhaus dazu. Aus gesundheitlichen Gründen und wegen der Bitte des Vaters, das  Geschäft in Familienhand zu belassen, verkaufte Reinhard Kühn 1912 die Firma an seinen Bruder Alfred.

Die Firma hat einen guten Ruf

Alfred Kühn musste das Geschäft durch die Kriegszeit, Inflation und große Nöte bringen, doch er meisterte all diese Hürden und konnte im Jahr 1928 die Firma an seinen Sohn Fritz übergeben.   

Zum 75-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 1931 konnte man in der damaligen Havelberger Zeitung lesen: „Die Firma Fritz Kühn ist in weitem Umkreise als streng reelles leistungsfähiges Geschäft bekannt, das stets nach dem Grundsatz handeln und ferner handeln wird: Großer Umsatz - Kleiner Nutzen.”

In den Jahren des zweiten Weltkrieges führte die Ehefrau von Fritz Kühn Gertrud das Geschäft allein weiter. Als dieser aus dem Krieg zurückkehrte, stieg er wieder in das Geschäftsleben ein. Nach dem Um- und Ausbau des Nachbarhauses bekam dann 1963 die Spielzeugabteilung ihr eigenes Reich im Erdgeschoss des wohl wertvollsten Fachwerkhauses auf der historischen Altstadtinsel.

In 5. Generation

Zu DDR-Zeiten war „Eisen-Kühn” ein sehr gefragtes Geschäft in der Domstadt. Haushaltsgeräte, Eisenwaren und tausend nützliche Dinge für Haus und Hof wechselten den Besitzer. 1973 übernimmt wieder ein Fritz Kühn, der Sohn vom „Alten Fritz”, das beliebte Geschäft in der Havelberger Steinstraße. Seine Frau Edith, geborene Jessing, sowie Fritz' Schwestern Waltraud und Käte arbeiteten zu dieser Zeit mit im Geschäft. Es war eine harte Zeit, denn die Arbeit war sehr schwer.

Zur Zeit der DDR bekam Fritz Kühn die Gewerbeerlaubnis als Kommissionshändler der HO. Nach der Wende gab es dann, so wie in vielen Geschäften, volle Regale und die Firma Fritz Kühn war auch wieder privat.

Nach fast 30 Jahren, im Jahr 2002, übernimmt dann die Tochter der Eheleute, Christiane Rateitschak, in der 5. Generation die Firma. Sie ist in dem Geschäft groß geworden. Im Eisenwarengeschäft erinnert noch vieles an frühere Zeiten - besonders die Freundlichkeit  ist den Kühns immer erhalten geblieben. Am 14. März 2006 feierte das Unternehmen sein 150-jähriges Jubiläum. 

Tausend nützliche Dinge

Das Sortiment hat sich seit der Firmengründung etwas verändert, aber die tausend nützlichen Dinge für den Haushalt findet man natürlich immer noch. „Ich habe zusätzlich eine große Auswahl an Havelberger Souvenirs anzubieten und eine reichhaltige Palette an Spielwaren”, beschreibt Christiane Rateitschak das heutige Geschäft. Sie blickt voller Optimismus nach vorn, obwohl es als Einzelhändler schwer ist zu überleben.

Ein großes Dankeschön möchte die Familie Kühn allen Kunden sagen, die in den zurückliegenden Jahren der Firma die Treue gehalten haben und es auch heute noch tun.